Die Ausstellung

Daz geschach mir durch ein schouwen: Wege durch die Sprach- und Denkbilder Frauenlobs

In den beiden aufeinander abgestimmten Lehrveranstaltungen soll innerhalb eines Semesters eine Ausstellung zum Werk Frauenlobs konzipiert und durchgeführt werden. Diese setzt sich zum Ziel, die faszinierende - zuweilen auch irritierende und provozierende - sprachliche und gedankliche Bildartistik des Dichters erleb- und erfahrbar zu machen.

Dabei geht es nicht nur im klassischen Sinne darum, lyrische Texte sicht- und gegebenenfalls hörbar zu machen, beispielsweise in Form einer Präsentation von handschriftlichen Zeugnissen oder das Vortragen von Frauenlobs Dichtung. Im Zentrum des Projektes steht vielmehr ein neuer Ansatz: Auf der Basis wissenschaftlicher Arbeit an Frauenlobs Liedern, Leichs und Sangsprüchen sollen charakteristische Sprach- und Denkbilder analysiert und mit Hilfe moderner graphischer und computerbasierter Techniken über den Text hinaus in visuelle und auditive Medien überführt werden. Es werden z. B. Poster, Computer-Präsentationen, Kurz-Filme, Ton- und Sprachaufnahmen, computergestützte Bildinstallationen, Performances u.ä. von den Studierenden erstellt. Im Zentrum steht dabei die Kreativität und Aktivität der Studierenden selbst. So sollen die Studierenden keine vorgefertigten und vorgegebenen Ideen umsetzen. Vielmehr werden in der gemeinsamen Arbeit und mit der Unterstützung der Dozentinnen und von Expert(inn)en konkrete Vorhaben entwickelt.

Verwirklicht wird die Ausstellung in den Räumlichkeiten der Schule des Sehens. Dabei steht das Ausstellungsprojekt so gesehen in dreierlei Hinsicht zu den Zielsetzungen der Schule des Sehens in Bezug. Erstens setzt es mit Frauenlobs Sprach- und Denkbildern inhaltlich an einem Phänomen an, das zu einer Präsentationsform anregt, die das Phänomen zugleich wissenschaftlich und kreativ erschließt. Zweitens erlaubt die Ausstellung, das Werk des großen Mainzer Autors sowohl im universitären Kontext auf eine neue Art sichtbar zu machen als auch den Augen einer außeruniversitären Öffentlichkeit aller Altersstufen zugänglich zu machen. Und schließlich liegt der besondere Wert des Projektes darin, dass es wesentlich durch die Studierenden getragen wird.

Die Ausstellung richtet sich zum einen an Studierende und Dozent(inn)en der Germanistik, aber auch interdisziplinär an andere universitäre Fächer und deren Vertreter(innen). Zum anderen möchte die Ausstellung gezielt auch ein außeruniversitäres Publikum ansprechen, das z.B. über Aktionen in der Mainzer Innenstadt in Vernetzung mit dem Lyriklabor e.V. an Frauenlob herangeführt werden soll.